Reiseimpfungen

Bisher sind wir nur innerhalb Europas gereist und haben dafür auch noch keine „gesonderten“ Reiseimpfungen benötigt. Jetzt steht aber, wie du weißt, eine Weltreise an. Und dafür mussten wir uns mal genauer mit dem Thema Reiseimpfungen für eine Weltreise beschäftigen. Dabei standen erstmal ein paar Fragen im Vordergrund.

Bevor wir antworten auf diese Fragen geben, möchten wir dir noch sagen, dass dieser Beitrag lediglich der reinen Information dient. Wir möchten dir aufzeigen, für welche Impfungen wir uns entschieden haben und wie teuer das Ganze am Ende war. Wir möchten dich nicht beraten, welche Impfung zu empfehlen ist oder welche nicht. Am Ende ist es deine Entscheidung. Solltest du dich aber für das Impfen entscheiden, kommst du sowieso nicht an einer Beratung durch einen Facharzt vorbei.

Nun aber zu den wesentlichen Fragen: 

Zahlt die Krankenkasse?

Zahlt die Krankenkasse für Reiseimpfungen?

Diese Fragen haben wir erstmal versucht für uns zu beatworten. Dafür haben wir im Internet recherchiert und herausgefunden, dass Reiseimpfungen per se keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sind. Nichtsdestotrotz erstatten die allermeisten Krankenkassen zumindest einen Teil der Kosten für Reiseimpfungen. Allerdings ist das bei jeder Krankenkasse anders. In dieser Tabelle findest du eine Übersicht, welche Krankenkasse welche Kosten erstattet. Achte aber auf die Fußzeilen, die nochmal zur genaueren Erklärung dienen.

Jedoch guckst du am besten mal auf der Webseite deiner Krankenkasse vorbei oder rufst sie einfach an. Bei uns ist das so, dass ich (Philipp) bei der Techniker Krankenkasse versichert bin. Die übernehmen (laut Webseite) alle Kosten, außer 10% (mindestens 5€ und höchstens 10€) für den Impfstoff. Leo ist dagegen bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland versichert. Diese beteiligt sich mit bis zu 150€ pro Jahr an den Kosten der Reiseschutzimpfungen, wobei es sich um 80% des Rechnungsbetrags handelt.

Kostenerstattung

Aktuell befinden wir uns noch mitten in der Impfphase. Deshalb können wir noch keine Erfahrungen teilen, wie das am Ende mit der Kostenerstattung funktioniert hat. Diese Infos werden wir sobald wir die Impfungen vollständig hinter uns haben nachtragen, genauso wie unsere Endkosten.

Da wir nun unsere Impfungen hinter uns haben, können wie diesen Abschnitt auch besser beantworten. Bei mir (Philipp) wurden alle Kosten von der TK übernommen, bei Leo sah das leider, wie vorher angenommen, anders aus. Bei ihr wurden insgesamt 300€ übernommen, da wir es auf zwei Jahre aufgeteilt haben. Sonst wären es nur 150€ gewesen. Letztendlich mussten wir zusammen knapp 700€ selbst zahlen.

Wo lassen wir uns impfen?​

Wo lassen wir uns impfen?

Bei dieser Frage sind wir beim Googlen schnell auf eine Tropenärztin gekommen. Natürlich kannst du dich auch in der Regel bei deinem Hausarzt impfen lassen oder auch zum Gesundheitsamt gehen. Wir haben uns aber für die Tropenärztin entschieden. Wir dachten, sie kennt sich wohl am besten mit Reiseimpfungen und anderen Gesundheitsdingen rund ums Reisen aus.

Also haben wir einen Termin für September gemacht, da wir gelesen haben, dass man ruhig mal ein halbes Jahr zum Impfen einplanen soll. Um dort vorstellig zu werden, benötigten wir unsere Versichertenkarten sowie unsere Impfpässe. Zuallererst mussten wir ein paar Infos durchlesen und ein, zwei Bögen ausfüllen und unterschreiben. Wir mussten die Informationen zur Gelbfieberimpfung zur Kenntnis nehmen und dann noch ein paar Reise- und Gesundheitsinformationen über uns selbst ankreuzen bzw. eintragen. Dabei handelt es sich um einen Bogen, mit Fragen über die Reisedauer, den Reisestart sowie den geplanten Regionen.

Ebenfalls sollten wir ankreuzen, ob wir vegan oder vegetarisch leben und beispielsweise eine Hühnereiweißallergie haben.

Wie geht es weiter?

Nachdem wir diese Informationen durchgelesen, ausgefüllt und unterschrieben abgaben, konnten wir zur Ärztin. Hier wurden wir dann auf etwaige Gesundheitsinformationen hingewiesen, wie beispielsweise:

  • Wie man mit größeren Höhen(unterschieden) zurechtkommt
  • Auf was beim Essen geachtet werden sollte
  • Welche Schutzmaßnahmen gegen Moskitos helfen

Auf diese und mehr Aspekte gehen wir später noch einmal genauer ein und teilen unsere Infos mit dir. Anschließend an diese Gesundheitsinfos wurde ein Impfplan erstellt. Dafür gab es ein Blatt, die Vergütungsvereinbarung, auf der einerseits die Beratungs- und Impfleistungen mit den jeweiligen Kosten abgebildet sind und andererseits mögliche Reiseimpfungen. Zusammen haben wir dann besprochen, welche Impfungen notwendig bzw. für uns sinnvoll sind. Für die Impfplanerstellung und das Erstgespräch haben wir pro Person 49,60€ bezahlt.

Als wir damit dann durch waren, erfolgten auch schon die ersten Pikser. Eigentlich gingen wir mit der Erwartung in den Termin, dass wir nur ein Beratungsgespräch haben und im nächsten Termin erst geimpft werden. Falsch gedacht… 😀

Welche Impfungen sind notwendig?

Welche Reiseimpfungen sind notwendig?

Die ersten Impfungen waren erstmal noch keine reinen Reiseimpfungen. Zuerst einmal haben wir nämlich alle Standardimpfungen, also vor allem Diphterie, Tetanus, Masern etc. überprüfen lassen. Hier mussten ein, zwei Impfungen aufgefrischt werden. Diese Impfungen sind aber sowieso alle in regelmäßigen mehrjährigen Abständen empfohlen.

Weiter geht’s mit den Reiseimpfungen.

Hepatitis A + B

Mögliche Folgen: Leberschäden und Gelbsucht, wobei Hepatitis A als ungefährlicher erachtet wird als Hepatitis B.

Übertragung: Hepatitis A überträgt sich durch verunreinigtes Essen und Hepatitis B in der Regel über Körperflüssigkeiten.

Regionen: Asien, Süd- und Osteuropa, Afrika, Mittel- und Südamerika

Impfung: Für eine Grundimmunisierung gegen Hepatitis A sind zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten erforderlich, gleiches gilt für Hepatitis B.

Kosten: 236,15€ p.P

Typhus

Mögliche Folgen: Unter anderem sind Fieber, Bauchschmerzen und Hautausschläge möglich.

Übertragung: Typhus überträgt sich vor allem durch verunreinigte Nahrungsmittel und verschmutztes Wasser.

Regionen: (Südost-)Asien, Afrika und Südamerika

Impfung: Eine Injektion, die zwei bis drei Jahre Schutz bietet.

Kosten: 62,12€ p.P

Gelbfieber

Mögliche Folgen: Symptome können Fieber und Übelkeit sein, wobei es in schlimmen Fällen zu Leberschädigungen, Gelbsucht sowie Störung der Blutgerinnung kommen kann.

Übertragung: Die Übertragung von Gelbfieber erfolgt durch Stechmücken.

Regionen: Südamerika und Afrika

Impfung: Die Impfung erfolgt durch eine Injektion, mit der du laut WHO lebenslang geschützt bist.

Kosten: 96,41€ p.P

Zusatz: Wenn du aus einem Gelbfiebergebiet in ein anderes Land einreist, kann es sein, dass die Impfung eine Einreisevoraussetzung darstellt. Ebenfalls darf die Impfung oft nicht älter als 10 Jahre sein. Die genauen Infos schaust du am besten in den Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes nach.

Tollwut

Mögliche Folgen: Unruhe und Konzentrationsschwäche, starkes Durstgefühl und später starke Angstgefühle. Nach Ausbruch der Erkrankung verläuft Tollwut immer tödlich.

Übertragung: Tollwut wird über einen Biss eines mit Tollwut infizierten Säugetiers übertragen (bspw. Hunde, Katzen, Rinder, Füchse, Fledermäuse etc.).

Regionen: Nur wenige Länder sind tollwutfrei, jedoch sind Entwicklungsländer am stärksten betroffen.

Impfung: Wir wurden mit drei Injektionen geimpft. Laut WHO kann aber auch ein zweimaliger präventiver Impfstoff verabreicht werden.

Bei einem Verletzungsfall solltest du immer einen Arzt aufsuchen. Bei einem Verdacht auf Tollwut erfolgt sofort eine Auffrischung der Tollwutimpfung.

Kosten: 281,57€ p.P

Japanische Enzephalitis

Mögliche Folgen: Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen (Kinder sind deutlich häufiger betroffen als Erwachsene). Langfristig sind Hirnhautentzündungen möglich.

Übertragung: Die japanische Enzephalitis wird durch Stechmücken übertragen. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit zumeist ohne Symptome.

Regionen: Süd-Südost-Ostasien

Impfung: Zwei Injektionen mit einem Abstand von zwei bis vier Wochen.

Kosten: 247,53€ p.P.

Cholera

Mögliche Folgen: Schwerer Durchfall und Erbrechen. Unbehandelt kann Cholera tödlich enden.

Übertragung: Cholera überträgt sich zumeist durch verunreinigtes Trinkwasser. Daher sollte auf Reisen immer nur aus abgepackten Wasserflaschen getrunken werden.

Regionen: Zumeist in Entwicklungsländern, in denen das Trinkwassersystem nicht richtig oder gar nicht geklärt wird.

Impfung: Es besteht die Möglichkeit einer Schluckimpfung und eines Totimpfstoffes. Beides wird jedoch nicht grundsätzlich empfohlen und auch in der Regel nur dann, wenn man längere Zeit keine Möglichkeit hat abgepacktes Wasser zu kaufen.

Unsere Ärztin hat uns diese Impfung nicht empfohlen, vielmehr sollten wir grundsätzlich auf abgepacktes und somit sauberes Trinkwasser achten. Ebenfalls sind Entkeimungstabletten eine Möglichkeit, um möglicherweise unsauberes Wasser zu entkeimen. Bisher haben wir aber keine Entkeimungstabletten auf unserer Liste.

Bitte beachte:

Bestandteil der Kosten sind jeweils der Impfstoff, die Beratung und erhöhte Hygienemaßnahmen auf Grund der aktuellen Pandemie.

Krankheiten, für die es bisher keine Impfung gibt

Dengue- und Chikungunya-Fieber

Mögliche Folgen: Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie Hautrötungen. Bei einer Erstinfektion verlaufen die Krankheiten meist komplikationslos, wobei eine Zweitinfektion oft schwerer verläuft.

Übertragung: Beide Krankheiten werden von tagesaktiven Stechmücken übertragen.

Regionen: Südostasien, Süd- und Mittelamerika

Impfung / Prophylaxe: Impfstoffe gegen diese Viren befinden sich derzeit noch in der Entwicklung. Aktuell sollte man für ausreichenden Mückenschutz sorgen. Genauere Infos folgen weiter unten.

Malaria

Mögliche Folgen: Starke Kopf- und Gliederschmerzen, sowie periodisches, zum Teil hohes Fieber.

Übertragung:Malaria wird durch abend- und nachtaktive weibliche Stechmücken übertragen.

Regionen: Hauptsächlich in tropischen Gebieten von Afrika, Süd- und Südostasien, sowie in Teilen Südamerikas.

Impfung / Prophylaxe: Bisher gibt es keine Impfung gegen Malaria. Allerdings gibt es drei Prophylaxe-Typen.

  • Expositionsprophylaxe: Mückenmittel für Haut und Kleidung.
  • Medikamentöse Prophylaxe: Malariatabletten zur Vorbeugung.
  • „Stand-by“-Therapie: Mitnahme eines Malariamittels als „Stand-by“-Therapie.

Unsere Ärztin hat uns die ersten beiden Prophylaxen empfohlen, dem wir sehr wahrscheinlich auch nachkommen werden.

Weitere Gesundheitstipps

Weitere Gesundheitstipps

Reiseapotheke

Neben den Impfungen und den ein oder anderen Prophylaxemitteln wurde uns auch eine Reiseapotheke empfohlen. Darunter fallen beispielsweise Verbandsmittel, schmerzlindernde Tabletten sowie andere Mittel, mit denen wir die Krankheiten und Verletzungen auf Reisen erstmal behandeln können. Eine Auflistung unserer Reiseapotheke findest du bald in unserer Packliste. Natürlich ersetzt die Reiseapotheke nicht den Gang zum Arzt, falls dieser erforderlich wird.

Verkehr

Beim Rollerfahren sollten immer Schutzhelme sowie festes Schuhwerk getragen werden.

Drogen

In vielen Ländern dieser Erde gibt es sehr empfindliche und entsprechend hohe Strafen für das Mitführen bereits kleiner Mengen an Drogen.

Essen und Trinken

Wir sollen nur Gekochtes und Gebratenes essen sowie möglichst geschälte Früchte. Vor rohen Speisen wurde uns dringend abgeraten, genauso wie vor nicht sauberem Trinkwasser. Dem entsprechend sollen wir entweder abgefüllte Getränke oder fünfminütig abgekochtes Wasser zu uns nehmen.

Mückenschutz

Wie bereits bei den Prophylaxe Maßnahmen für Malaria und Dengue sollte auf einen sehr guten Mückenschutz geachtet werden. Empfohlen wurde uns dabei:

  • Helle körperbedeckende Kleidung
  • Mückenmittel für die Haut
  • Insektenschutzsprays für die Kleidung
  • Beseitigen von offenen Wasserstellen in der direkten Wohnumgebung

Thromboseprophylaxe

Vor allem bei langen Bus- und Flugreisen sollen wir Alkohol und Kaffee meiden sowie viel Wasser trinken. Ebenfalls regelmäßig im Sitzen Füße und Beine bewegen und wenn möglich aufstehen und umhergehen.

Höhenkrankheit

Zur Vermeidung der Höhenkrankheit sollen wir viel trinken und sich den Körper für drei bis sieben Tage an die Höhe gewöhnen lassen. Danach sollen wir maximal 300 Meter Höhe pro Tag aufsteigen und Frühwarnzeichen unseres Körpers ernst nehmen. Hohe Höhen beginnen in etwa ab 2.000 – 2.500 Metern.

Weltreise Reiseimpfung
Weltreise Impfungen

Fazit

Da wir die Entscheidung für den Start einer Weltreise schon sehr früh getroffen haben, hatten wir auch sehr viel Vorbereitungszeit. Wir haben ungefähr ein halbes Jahr vor unserem voraussichtlichen Start mit den Impfungen begonnen. Schon im Vorhinein haben wir uns aber darüber informiert, welche Impfungen denn notwendig sein könnten. Vor allem waren die Seiten vom Auswärtigen Amt und tropeninstitut.de sehr hilfreich. Im Nachhinein waren die Expertise unserer Ärztin und unsere Recherchen recht deckungsgleich.

Aber ob du dich impfen lässt und für welche Impfungen du dich entscheidest, bleibt am Ende dir überlassen.

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